US-Finanzministerium blockt englische Tourismusseiten für Kuba-Reisen PDF Drucken
Sunday, 09. March 2008 19:30

Steve Marshall, englischer Reisekaufmann, lebt in Spanien und verkauft Reisen nach Kuba. Um davon mehr verkaufen zu können, betreibt er einige Internetseiten zur Geschichte und Kultur Kubas, andere aber auch zur direkten Reisewerbung und Verkaufsabwicklung.

Das heißt, er betrieb diese Seiten -- bis Oktober 2007. Da die USA ja nicht viel von Kuba halten und ihrerseits Embargos durchsetzen, schien dieses Treiben ihnen ein Dorn im Auge zu sein. Weshalb das US-Finanzministerium diese Seiten flugs auf die eigene Blacklist setzte, so dass der US-amerikanische Domainverwalter eNom Inc., der für diese zuständig ist, sie außer Betrieb nehmen musste.

Die Seite eines britischen Bürgers, für ein spanisches Reisebüro, mit hauptsächlich für Europäer gedachten Inhalten ist somit vom US-Finanzministerium außer Betrieb genommen worden.

Was schon alleine merkwürdig genug anmutet wirft dann auch noch einige Fragen zur Natur der Blacklist auf. Nicht nur ist die Funktionsweise sogar für US-amerikanische Jura-Professoren mysteriös und fragwürdig, sie weitet in diesem Fall die Einflusssphäre der US-Regierung auf Gedanken- und Rechtsräume aus mit denen sie gar nichts zu tun hat. Weiterhin bestehen Missbrauchsbedenken, da ein richterliches Urteil für einen Eintrag nicht notwendig ist und die Entscheidungsgewalt unkontrolliert bei der Exekutive liegt.

 

via The Register

 

Dass eine US-amerikanische Firma sich ihrer Rechtslage beugen muss scheint verständlich. Das Problem ist aber auch, dass .com-Domains von der ICANN verwaltet werden und diese ist in den USA ansässig, ohne dass man heutzutage noch behaupten könnte .com-Adressen wären rein US-amerikanisch. Das ist dann doch irgendwie ein bisschen mehr Macht als eine einzelne Instanz über das Internet haben sollte. Und mehr als die USA alleine darüber bekommen sollten.

 
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