Videospiele: Kritik vs. Rezension PDF Drucken
Tuesday, 04. March 2008 22:09

Greg Costikyan, Spieledesigner und Begründer des Indie-Games-Labels Manifesto Games, spricht sich für kritische Abhandlungen über Computerspiele und gegen bloße Rezensionen aus um der kulturellen Rolle von Videospielen gerecht zu werden und diese Rolle besser zu verstehen. Er fordert eine paradigmatische Verschiebung von der bloßen Produktbetrachtung und Kaufempfehlung zur kritischen Betrachtung und Abhandlung.

Diese Forderung greift dann Michael Abbott auf und schlägt noch eine Rolle im Designprozess von Videospielen vor: Den Dramaturgen -- und beschreibt dann den Videospiel-Produzenten.

 

Costikyans unterschwellig militant klingende Forderung danach, dass normale Rezensenten sich kritischer mit Spielen als Text auseinandersetzen sollen mutet ein wenig merkwürdig an. Theoretische Diskurse zu Videospielen finden statt, und zwar genau in dem Maß, in dem sie bisher gefordert werden: Konferenzen, Blogs, Vorlesungen und gelegentliche Bücher. Aber der Durchschnittsspieler will nun mal letztlich eine Beschreibung und Empfehlung, und keine Abhandlung. Er will sogar meistens einfach nur auf die Gesamtpunktzahl gucken. Warum sollten Videospielmagazine gegen ihre kommerziellen Interessen agieren um Costikyans Diskursvorstellungen zu entsprechen? Schön, dass er seinem Feld einen höheren sozialen Stellenwert geben möchte, aber das möchte jede Berufs- oder Interessengruppe. Er kann ja versuchen selbst ein künsterlisch-kritisches Videospielemagazin zu begründen und schauen ob man davon leben kann, denn ansonsten wird er sich mit dem status quo zufriedengeben müssen. Ohne Geschäftsentwurf wird die Videospieldebatte wohl erstmal in der Hobby-Sphäre verweilen.

Von Anderen Arbeit zu verlangen ohne diese zu bezahlen stößt üblicherweise auf wenig positive Resonanz.

 
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