Mit den Primaries in Texas und Ohio könnte heute Nacht die Entscheidung im Kampf um die Demokratische Präsidentschaftsnominierung fallen – oder auch nicht. Grund genug hier einmal die drei wahrscheinlichen Ausgänge zu rekapitulieren:
Obama siegt in Ohio und Texas: KO. Clinton wird innerhalb von 48 Stunden ihr Ausscheiden aus dem Rennen bekannt geben. In den letzten Tagen hat sich das Pendel aber besonders in Ohio wieder merklich in Richtung Clinton bewegt – daher nicht der wahrscheinlichste Ausgang.
Clinton holt sich beide Staaten: Hillary wäre wieder im Rennen. Zwar sähen ihre rechnerischen Chancen auf die Nominierung immer noch schlecht aus, doch das so wichtige „momentum“ wäre wieder auf ihrer Seite. Obama stände unter großem Druck Pennsylvania zu gewinnen, eigentlich „Hillary-Country“.
Clinton gewinnt Ohio, Obama siegt in Texas: Nirvana für Freunde der gepflegten Polit-Oper. Aufgrund des komplizierten texanischen Wahlrechts wäre es durchaus möglich, dass Hillary im Lone-Star-State die Mehrzahl der Stimmen holt, Obama aber eine Mehrheit der zu vergebenen Delegiertenstimmen gewinnt. Die Spin-Maschinen beider Lager würden auf Hochtouren laufen, um die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass ihr Kandidat den „moralischen Sieg“ errungen hat.
Prognose: Sollte Obama in Texas die Mehrheit der abgegebenen Wählerstimmen erringen ist Hillary über kurz oder lang Toast. Einige ihrer wichtigsten Unterstützer und die bisher neutralen Granden der Demokratischen Partei (Al Gore, Howard Dean, evtl. Jimmy Carter) würden ihr erst privat, dann über gezielte Indiskretionen und schließlich öffentlich einen Rückzug zum Wohle der Partei nahe legen.
P.S.: Die Halbwertzeit dieses Artikels beträgt maximal 24 Stunden.