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Gestern traf sich eine 500-köpfige Versammlung des Musik-Business in New York zum Digital Music Forum East und lauschte dort zur Eröffnung den Worten von Ted Cohen, seines Zeichens ex-EMI-Manager. Die Nachricht: "Musik 1.0 ist tot. Seid kreativ." Die Aussagen, die transportiert wurden: - DRM in gekaufter Musik ist tot
- Flatrates für Musik könnten der richtige Weg sein
- Werbefinanzierte Internet-Radios wie iMeem sind legitime Größen
- Indie-Musik macht mehr als 30% der Musikverkäufe aus
- Napster verliert keine 70 Millionen USD pro Quartal (sondern macht Gewinn)
- Das Musikgeschäft ist eine Bastion der Kreativität und Experimentierfreudigkeit
Weiterer Diskussionspunkt war, ob (Major-)Labels notwendig sind oder ob ihre Filter- und Promotionsfunktion nicht von der Sozialisierungswelle des Web 2.0 übernommen wurde, zumindest in einem Ausmaß, dass die bisher für die Labels sehr vorteilhaften Geschäftsdeals heute keinen Platz mehr haben. Folgen der bisherigen Entwicklungen sind, dass Labels nun langfristig stabile Kooperationen anstreben statt immer wiederholt nur kurzfristige Gewinnmaximierung zu suchen, und geschäftliche Diversifikation, weg vom singulären Verkauf einer Plastikscheibe als einzigem Betätigungsfeld. Wie Sony BMG - Angehöriger Thomas Hesse es nannte, "the next big thing is a dozen things." Musikverbreitung im Myspace/Digg-Stil erinnert an die Funktionsweise unserer Gehirne, wo bestimmte Reize und Impulse aus dem Sperrfeuer unserer Neuronen von bestimmten Synapsen weitergeleitet, von anderen gebremst, von einigen modifiziert werden und dann letztlich eventuell in einem zerebralen Gesamtbild in unserem Bewußtsein in Erscheinung treten. Es hat schon etwas darwinistisches, wenn das Band-Meme, das am angepasstesten ist, das am passendsten im Einklang mit seiner Umgebung steht, überlebt und stärker wird. Bands, die durch Web 2.0 ihren Weg ins Rampenlicht finden sind wohl wirklich die Kinder unserer Zeit. Nur ist diese Zeit heutzutage sehr kurz. Weit weniger als 15 Minuten.
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