Studie besagt, dass Avatare das eigene Idealbild des Spielers darstellen, nennt Himmel "blau" PDF Drucken
Friday, 22. February 2008 19:20

Die Hamburg Media School untersuchte die Erstellung von Avataren in MMOGs und befasste sich dazu mit 666 [sic] Testsubjekten. Diese sollten Avatare frei erstellen und dann einen Fragebogen zur eigenen Person und zu ihrem Leben beantworten. Ergebnis: Zufriedene Menschen erstellen sich selbst als Avatar, unzufriedene statten ihn mit den Eigenschaften aus, die sie selbst gerne hätten. Well, duh.

Die Autorin des Artikels nennt dieses Ergebnis "erstaunlich" und ist verwundert ob dieser Gestaltungsdynamik. Ist es wirklich so erstaunlich, dass Menschen bei freier Projektionsfläche in der Regel versuchen die zu sein, die sie gerne wären, was digital ja einfacher ist als im echten Leben? Und dass Menschen, die zufrienden sind, also niemand anderes als sie selbst (und auch nicht anders als sie schon sind) sein wollen, eben sich selbst als bereits existierendes Idealbild digital rekreieren?

Zum Schluss kommt noch das Rätsel der "Fieslinge" auf, das als nicht geklärt zurpckgelassen wird: Warum sind manche Menschen gemein und fies in MMOGs? Hat sicherlich nichts damit zu tun, dass Aggression manchmal als evolutionäre Strategie erfolgreich und daher in uns allen verankert ist, und dass der Mensch als durchaus homöostatisches (oder homöodynamisches, um es mit unseren chilenischen Ur-Konstruktivisten zu halten) System dazu neigt, diese gelegentlich zu äußern, wo ein relativ konsequenzenloses Spiel als sinnvolle Katharsis erscheint? The mind boggles.

Pointless. 

 

 
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