Bibliotheken denken über ihre Rolle in der Wissensgesellschaft nach PDF Drucken
Thursday, 21. February 2008 23:34

Der Dachverband der Bibliotheksvereinigungen tagt zur Zeit um das Profil der Bibliotheken in unserer Gesellschaft neu zu definieren. Weg vom bloßen Papierarchiv zur offenen, multimedialen, vernetzten Bildungsstelle im meatspace, die sich als Kultursymbol versteht. Rein praktisch scheint eine weitere Umgestaltung hin zu einer stärkeren sozialen Funktion (auch im Web 2.0 - Verständnis), sowie eine hervorgehobene Indizierungs- und Katalogisierungsfunktion zur Wissensvermittlung zwischen Primärdateninstanz und Endbenutzer, angedacht zu sein.

Die Idee von Bibliotheken ist ja irgendwie ganz nett, aber eher im "Ach, ist das hübsch" - Sinn während man dran vorbeigeht. Bibliotheken sind irgendwie ein bisschen wie Ohrensessel: Im Prinzip gemütlich und einladend, aber nichts, das wirklich im normalen Alltagsleben Platz hat. Und im akademischen Leben etwas, auf das man verzichten würde wenn man könnte (und alles sofort als PDF herunterladbar wäre). Mehr Digitalisierung und elektronische Kommunikation scheint sinnvoller und zweckdienlicher. Zum Kennenlernen von Menschen oder als Kuppelplatz gibt es doch auch andere Orte, für die die wirklich Kontakt suchen. Unter Brücken, an Autobahnrastplätzen und in Flughafentoiletten zum Beispiel.

 

Nachtrag, von Jens:

Der erste Schritt in Richtung dieser multimedialer Vernetzung war wohl die zu Beginn des Jahres in Kraft getretene Einstellung des elektronischen Versands von Dokumenten durch deutsche Bibliotheken. Das neue Urheberrecht zwingt sie nun wieder Papierkopien zu verschicken. Zurück in die Zukunft.

 
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